Best und Worst Practices in Zeiten von Corona – Teil 3 unserer Serie

Wieso PR und Marketing auch in der aktuellen Corona-Krise nicht an Bedeutung verlieren und wie die Situation bei den IT-Fachjournalisten aussieht, haben wir Ihnen bereits in Teil 1 und Teil 2 unserer Blog-Serie erläutert. Im Folgenden möchten wir Ihnen nun das ein oder andere Best- und Worst-Practice-Beispiel vorstellen.

So manches Unternehmen zeigt, wie’s geht, und wie man – das notwendige Fingerspitzengefühl vorausgesetzt – das Thema Corona durchaus gewinnbringend in die eigene Kommunikationsstrategie einbetten kann: So hat der IT-Security-Anbieter FireEye darüber informiert, wie Cyber-Kriminelle die Angst der Menschen über Phishing-Mails ausnutzen beziehungsweise wie Nutzer sich davor schützen können – ein Thema das neben der IT-Security-Fachpresse auch bei der dpa, der Süddeutschen Zeitung und der Bild auf Interesse gestoßen ist.

getAbstract hingegen, ein Unternehmen, das kompakte Zusammenfassungen von Fach- und Wirtschaftsliteratur bietet, stellt aktuell sein gesamtes Angebot kostenlos zur Verfügung – und möchte auf diese Weise ein Zeichen im Kampf gegen Fake-News setzen.

Fake News sind gerade in Krisenzeiten, wie während der Corona-Pandemie, fatal

Ein weiteres gutes Beispiel ist Mercedes Benz: Statt wie Coca Cola komplett auf kommerzielle Werbung zu verzichten, setzt der Automobilhersteller weiter auf Social-Media-Marketing und TV-Spots. Allerdings nutzt er damit seine Reichweite, um Informationen über den Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu streuen. In seinen Postings und seinem TV-Spot ruft der Autokonzern zu Solidarität, Durchhaltevermögen und Social Distancing auf.In der Krise zeigt sich der Charakter

Umgekehrt gibt es aber leider auch einige Marken, die sich – gelinde gesagt – zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert haben. Nehmen wir beispielsweise ein Schweizer Luxushotel, das derzeit eine sündhaft teure Edelquarantäne inklusive Corona-Test und privater Pflegekraft anbietet. Nicht viel besser macht es der Reiseanbieter SeyVillas, der mit Traumbildern von Ferntrips über die triste Zeit in häuslicher Isolation hinwegtrösten will. Warum diese Aktionen nicht gerade zur Steigerung von Absatz und Reputation geführt haben, bedarf vermutlich keiner weiteren Erläuterung.

Helmut Schmidt sagte seinerzeit: „In der Krise zeigt sich der Charakter.“ Das bewahrheitet sich immer wieder. Bestes aktuelles Beispiel: die beiden größten Sportartikelhersteller Nike und Adidas. Während Adidas trotz Milliardengewinn im letzten Jahr jetzt die Corona-Krise zum Anlass nimmt, seine Mietzahlung für die Ladengeschäfte auszusetzen (was sie in der Zwischenzeit ja wieder revidiert haben), fährt Nike eine komplett andere Strategie. Getreu seinem Slogan „Just do it“ hat das Unternehmen nun angekündigt, Gesichtsmasken für den medizinischen Gebrauch herzustellen. Die Folge: Adidas hat nun mit Boykottaufrufen und einem schweren Imageschaden zu kämpfen – auch, wenn das Unternehmen mittlerweile zurückgerudert ist und in einem offenen Brief kommuniziert hat, dass es die April-Miete für seine Läden nun doch zahlen wird. Nike dagegen dürfte die Aktion einen Reputations-Schub geben, weil sie einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten, der für jeden von uns wichtig sein kann.

Die Dos and Don’ts in PR und Marketing rund um Corona

Die Welt steht Kopf – und wir sollen einfach weiter PR und Marketing machen?

Unsere Haltung zu dieser Frage ist klar: Ja, unbedingt!

Denn gerade in Krisenzeiten darf Kommunikation keinesfalls heruntergefahren oder gar komplett eingestellt werden. Im Gegenteil: Nur durch konsequenten Dialog können Unternehmen weiterhin nah an ihren Stakeholdern (Mitarbeitern, Kunden und Partnern) bleiben und damit langfristig überleben.

Das kann über klassische PR-Maßnahmen, über die eigenen Kanäle, wie Social Media, den Newsletter, oder die Website, oder aber über bezahlte Formate in Print, online und TV erfolgen. Und wie unsere Befragung der IT-Journalisten zeigt, müssen IT-Anbieter keineswegs das Thema Corona spielen, um – zumindest in der Fachpresse – weiterhin Gehör zu finden. Außerdem gibt es ja insbesondere im IT-Bereich auch Lösungen und Dienstleistungen, die in diesen schwierigen Zeiten extrem nützlich sind. Ich denke da beispielsweise an Live-Stream-Anbieter, Storage-Hersteller, Kollaborations-Tools uvm. Für Anbieter dieser Tools bietet die aktuelle Situation die Chance, zum Wohl der Gesellschaft beizutragen und damit nicht nur die eigene Reputation zu verbessern, sondern auch ihre Lösungen ins Rampenlicht der breiten Öffentlichkeit zu stellen.

Ja, „normale“ PR und Marketing scheinen in diesen Zeiten schwierig. Aber Fakt ist:

Kommunikation war und ist das Bindemittel, das alles zusammenhält.

Also gilt es jetzt besonnen zu bleiben, nicht in Panik zu verfallen und mutig, aber eben auch bedacht den Kommunikationsmotor weiterlaufen zu lassen.

Volker Schmidt

Author Volker Schmidt

CEO von Akima Media. Leidenschaftlicher Fußballspieler, Kaffeeliebhaber und Hobbykoch. Hält es gerne mit den Worten von Richard Branson: "Take care of your employees and they will take care of your customers."

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